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Goodbye Cape Town

  • Autorenbild: Basti
    Basti
  • 28. Dez. 2018
  • 4 Min. Lesezeit

Nun ist es soweit und ich schreibe den Blog, den ich so gerne so lange als möglich aufgeschoben hätte. Unsere Zeit in Kapstadt ist bereits abgelaufen und wir sind schon wieder unterwegs. Am 18. Dezember brachen wir unsere Zelte ab und verstauten unser gesamtes Hab und Gutt in unser Auto. Entsprechend voll und schwer war es. Doch bevor wir losfuhren nahmen wir in Kapstadt von allen Abschied die uns in diesem Jahr begleiteten und dieses Jahr so speziell machten.

Am Samstag vor unserer Abreise übernachteten Marina und Daniel (unsere Schweizer Freunde aus Somerset West, mit denen wir so viel unternommen haben in diesem Jahr) noch bei uns, da ihr Flug nach Istanbul und dann nach Hause ging. Schon ein erster emotionaler Abschied, denn nun wurde uns richtig bewusst, dass die Zeit hier im wunderschönen Kapstadt bald zu Ende sein wird. Obwohl wir wussten, dass wir Marina und Daniel in der Schweiz bald wiedersehen werden, war es doch ein komisches Gefühl sie zu verabschieden, denn sie gehörten zu diesem Jahr wie der Tafelberg, der gute Wein und das exzellente Essen.


Am Samstagabend gingen wir dann ans Weihnachtsessen des Hout Bay Yacht Clubs. Ein lustiger Abend mit all jenen mit denen wir in diesem Jahr so oft segelten und ab August auch ein St. Ayles Skiff bauten. Vor allem Peti war im Bootsbau enorm involviert und es machte ihr unheimlich Spass zu schleifen, sägen, kleben, hämmern etc. Gemeinsam mit Chris - dem Präsidenten des Yacht Clubs - trieb sie das Projekt enorm schnell voran. Trotz des grossen Efforts reichte es leider nicht das Boot fertig zu stellen. Doch vielleicht machen wir noch einen Abstecher nach Kapstadt bevor es wieder in die Schweiz geht, um beim Einwassern des Schiffes dabei zu sein. Auf jedem Fall verabschiedeten wir uns nach dem Weihnachtsessen von den Hunter 19 Seglern und Paul Dalton, dem Commodore und bedankten uns, dass sie uns so freundlich empfangen haben und uns immer die Möglichkeit gaben in einer der schönsten Buchten der Welt zu segeln.


Am Sonntag vor unserer Abreise stand die grosse Hausparty bei uns an der Orbea Close auf dem Programm. Jedes Jahr vor Weihnachten veranstalten Neil und Diane – die Hausbesitzer – eine grosse Party wo alle Freunde und Nachbarn eingeladen werden. Bei herrlichem Wetter heizten wir den Grill ein, Neil und Steven brachten ihre berühmten Curries und man schwatzte, trank, badete und genoss den Kapstädter Sommer. Wir erzählten von unserer bevorstehenden Reise, unserm Jahr hier in Kapstadt und was uns in der Schweiz wieder erwartet. Auch wenn wir die meisten Leute an der Party gar nicht kannten, fühlten wir uns pudelwohl und so konnten wir auch noch von vielen Abschied nehmen die wir das Jahr durch kennenlernten.


Auch Margareth unsere Putzfrau und Wiseman der Gärtner waren da. Besonders der Abschied von Margareth war für sie sehr emotional. Ich glaube, sie hat es sehr geschätzt, dass wir oft mit ihr geredet haben, ihr Tipps für diverse Sachen gaben oder einfach ihr zuhörten. Denn ihr Leben ist mit unserem nicht vergleichbar. Im Frühjahr ist ihre Schwestermit 45 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben und seither musste Margareth auf die Kinder schauen. Kurz darauf beging der 12-jährige Nachbarsbub Selbstmord und unser Nachbar Alex – bei dem sie auch putzte – starb auf tragische Weise indem er sich im Vollrausch (er war starker Alkoholiker) anzündete. Das alles ging uns allen sehr nahe. Mit uns konnte sie darüber reden und die Geschehnisse verarbeiten.

Wiseman, der Gärtner der Kinder und Frau zuhause hat, bekam all unsere Kleider und sonstige Utensilien die wir nicht mitnehmen konnten. Als wir ihm die Sachen zeigten und er aussuchen konnte was er haben möchte, packte er gleich alles ein, verstaute es in zwei Taschen und strahlte über beide Ohren.

Nach der grossen Party hiess es dann am Montag endgültig Sachen packen und das Auto beladen. Erstaunlicherweise hatte alles irgendwie Platz. Kurzfristig mussten wir noch eine zusätzliche Campingbox kaufen und so waren die meisten Sachen relativ gut verstaut. Unseren letzten Abend verbrachten wir bei uns auf dem Balkon, genossen die spektakuläre Aussicht auf die Berge und öffneten eine Flasche Constantia Glen Three – einer unserer Lieblingsweine die wir von Caro und Dominik geschenkt bekamen. Wir versuchten nicht allzu emotional zu sein, was uns beiden jedoch sehr schwer fiel.


Am nächsten Morgen um 6 Uhr ging der Wecker und wir wussten, nun ist es soweit. Die letzten Taschen ins Auto verladen und dann mussten wir uns von Neil und Diane verabschieden. Bessere Vermieter konnten wir uns nicht im Traum vorstellen. Auch wenn wir auf der selben Parzelle lebten und sie das Haus indem sie 17 Jahre wohnten uns vermieteten gab es nicht ein einziges Problem. Im Gegenteil, sie hiessen uns willkommen wie ihre eigenen Kinder, wir plauderten immer in der Einfahrt, gingen oftmals gemeinsam Abendessen oder am Sonntag zum Brunch auf ein Weingut, wir lernten ihre Freunde kennen, sie sagten uns wo was ist und wo man was bekommt in Kapstadt etc. Wir empfahlen ihnen im Gegenzug ganz viele Restaurants in Kapstadt und Umgebung. Beim Abschied hatten wir alle Tränen in den Augen und sobald Peti und ich im Auto waren und die Orbea Close ein letztes Mal runterfuhren, konnten wir uns nicht mehr zurückhalten. Das Jahr in Kapstadt war zu Ende.


 
 
 

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